Förderungen

Auf der Suche nach Finanzierung für Dissertation oder anderes Forschungsvorhaben?

Die zentrale Österreichischen Datenbank für Stipendien und Forschungsförderung (www.grants.at) bietet Übersicht über Förderungen für Studierende, Graduierte und Forschende innerhalb Österreichs und informiert über Mobilitätsstipendien (Incoming und Outgoing).

Stellenausschreibungen im Bereich Forschung werden in der österreichischen Jobbörse für Wissenschaft, Forschung und Innovation der FFG (vormals “Brainpower Austria”) gesammelt. Nach eigenen Angaben sammelt diese Jobbörse mehr 80% der in Österreich online verfügbaren Jobs im F&E Bereich, darunter auch ausgeschriebene Universitätsstellen.

Es lohnt sich ebenfalls, sich über Fördermöglichkeiten zu informieren, die von den Universitäten direkt vergeben werden. Bedingt durch die Autonomie der Universitäten sind Umfang und Antragsbedingungen dieser Stipendien jedoch sehr unterschiedlich. Exemplarisch sei das Stipendium für kurzfristige wissenschaftliche Arbeiten im Ausland genannt, mit dem Reise- und Aufenthaltskosten sowie oft auch andere projektbezogene Ausgaben abgedeckt werden können.

Beratung bieten die einzelnen Förderinstitutionen, im unterschiedlichem Ausmaß auch die für Forschungsförderung und Internationales zuständigen Servicestellen an den Universitäten (bspw. Forschungsservice der Universität Wien). Teilweise werden auch auf Initiative von DoktorandInnen in Kooperation mit den Studienvertretungen und Universitätsstellen und Förderungsinstitutionen Workshops organisiert.

doktorat.at kann hier Anstöße geben, Kontakte herstellen und engagierte NachwuchsforscherInnen vernetzen – Detaillierte Beratung über Finanzierungsmöglichkeiten können wir nicht leisten. Es ist uns auch nicht möglich (und es wäre auch nicht sinnvoll), hier eine weitere eigene Datenbank für Förderungsmöglichkeiten mit Anspruch auf Vollständigkeit starten und aktuell halten – hier verweisen wir nochmals auf die Datenbank grants.at. So soll auch dieser Text auch als erste Orientierung in der Förderungslandschaft in Österreich verstanden werden.

Im Wesentlichen können 4 verschiedene Finanzierungsmodelle unterschieden werden, wobei auf die vierte (Finanzierung mit forschungsfernen Jobs, Ersparnissen, Unterstützung der Eltern) nicht extra eingegangen werden muß.

1. Universitätsstellen, Drittmittelstellen, Forscherstellen im außeruniversitären Sektor

Während Universitätsstellen öffentlich ausgeschrieben werden müssen, werden viele Stellen gerade im Drittmittelbereich ohne Ausschreibung (oder nur mit Per-Forma-Ausschreibung) besetzt. Es zählt, neben der Qualifikation, vor allem auch das persönliche Verhältnis zur ForschungsgruppenleiterIn bzw. BetreuerIn. Es empfiehlt sich, sich bei mehreren potentiellen DissertationsbetreuerInnen auch über Finanzierungsmöglichkeiten zu erkundigen. Der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) ist zwar Österreichs größter Financier von DoktorandInnenstellen. Genauso wie bei vielen anderen Fördergebern können sich DoktorandInnen aber nicht direkt bewerben: Zunächst wird ein Forschungsprojekt oder ein Vorschlag für ein Doktoratskolleg von einer Senior-EinzelforscherIn bzw. von der SprecherIn einer Gruppe von ForscherInnen bei der Fördergeberstelle eingereicht. Erst in einem zweiten Schritt, nach der Bewilligung, werden die Stellen für DoktorandInnen (und post-docs) besetzt, und zwar direkt von den AntragsstellerInnen. Selbstantragstellung ist beim FWF genauso wie bei den europäischen Marie Curie Programmen erst ab der Post-Doc Stufe möglich.

2. Individualförderungen (Stipendien)

Die Doktorandenstipendien der österreichischen Akademie der Wissenschaften sind keine Stipendien im engeren Sinne mehr. Sie wurden im Einklang mit der Europäischen Charta für Forscher umgestellt. Den Geförderten wird eine Anstellung mit sozialer Absicherung angeboten. Die Antragsstellung bleibt gleich: Es gibt keine thematischen Einschränkungen, überdurchschnittliche Qualifikation ist durch Exposé und Lebenslauf nachzuweisen, der Mittelpunkt der Lebens- und Forschungsinteressen muss seit mehr als zwei Jahren in Österreich liegen. Ein umfangreiches Stiftungswesen der politischen Parteien, Kirchen und Sozialpartner im Studien- und Promotionsbereich wie in Deutschland sucht man in Österreich vergeblich. Zu nennen ist lediglich das Studienförderungswerk Pro Scientia, das zu einem großen Teil von der katholischen Kirche finanziell getragen wird. Neben einer ideellen Förderung (Vorträge, Sommerakademie) erhalten Geförderte einen zweckgebundenen Betrag als „Büchergeld“.

3. Studienbeihilfe

Da in Österreich die Doktoratsphase als Studium organisiert ist kann für ein Doktoratsstudium auch die gesetzliche Studienbeihilfe beantragt werden, die nach sozialen Kriterien vergeben wird. Auf diesem Wege können gegebenenfalls auch Studienbeiträge refundiert werden.