Geschichte

2008: doktorat.at im Vorstand von Eurodoc

Von 2. April bis 6. April 2008 fand die Eurodoc Konferenz 2008 in Freiburg in der Schweiz statt. In der Generalversammlung von Eurodoc wurde mit Stephan Kurz erstmals ein Österreicher in den Vorstand von Eurodoc gewählt. Wolfgang Eppenschwandtner wird in die Expertengruppe der Europäischen Kommission zu Erasmus Mundus Joint Doctoral Programmes bestellt.

2007 – erster Vorstand, Vernetzungs- und Weiterbildungsseminare

Die Aktivitäten des Jahres 2007 sind im Detail im Jahresbericht 2007 nachzulesen: Einige Höhepunkte:

Am 26. Jänner 2007 findet die konstituierende Generalversammlung des neugegründeten Vereins „doktorat.at – Österreichs junge WissenschafterInnen“ statt. Die Statuten wurden bestätigt und der Vorstand einstimmig gewählt:

Funktionsperiode: Jänner 2007 bis heute
Präsidentin: Esther Hutfless
Vizepräsidentin: Helga Kahofer:
Generalsekretär: Odin Kröger
stv. Generalsekretär: Wolfgang Eppenschwandtner
Finanzreferent: Michael Wissgott
stv. Finanzreferent: Andreas Fritsch

Helene Widmann und Alfred Fehringer wurden von der Generalversammlung zu RechnungsprüferInnen bestellt.

Die Präsidentin von doktorat.at, Esther Hutfless nahm für Eurodoc an der Bologna-Prozess Konferenz der in London teil.

Der Umfang der Aktivitäten wurde deutlich erweitert. Gemeinsam mit der slowakischen JungforscherInnenorganisation ADS organisierte doktorat.at zwei Weiterbildungsseminare unter dem Titel “Training for First-Time University Teachers” (15. , 16. Jänner 2007, Bratislava und am 11., 12. September 2007, Wien; Organisatorische Leitung: Helga Kahofer, Michael Wissgott, Esther Hutfless, Andreas Reiter; Gabriela Pleschova). Für StudienvertreterInnen und interessierte DoktorandInnen wurden zwei Workshops zur Vernetzung und Information über aktuelle Entwicklungen in der Forschungs- und Bildungspolitik angeboten (Graz Ende Juni und Mariazell im November).

Auf Initiative von doktorat.at – ÖH Doktorat fand das EURODOC Board Meeting 2/07 von 19.–21. Oktober 2007 in Wien statt. Im Rahmen des Board Meetings wurde die interessierte Öffentlichkeit am Freitag, 19. Oktober 2007 zu einem Vortrag des Präsidenten von Eurodoc, Koen van Dam, zum Thema “Charter for Researchers: Fair and Attractive Conditions for Knowledge Workers“ eingeladen.

Juli 2006: doktorat.at als Verein

Um den informellen Aktivitäten für DoktorandInnen und andere NachwuchsforscherInnen einen rechtlichen Rahmen zu geben, wird am 18.Juli 2006 der Verein “doktorat.at – Österrreichs junge WissenschafterInnen” gegründet:

Funktionsperiode: Juli 2006 – Jänner 2007 (als rechtliche Vertreter des Vereins)
Gründer: Wolfgang Eppenschwandtner
Gründer: Michael Wissgott

Wolfgang Eppenschwandtner nimmt an der Europäischen Konferenz der Rektoren und Präsidenten Technischer Universitäten an der Technischen Universität Wien zum Thema “Research at Universities of Technology – National, European and International Aspects” teil (September 14-15, 2006).

Auf Einladung des Austrian Research and Science Liaison Office (ASO) Sofia stellen Helga Kahofer und Michael Wissgott am 6.Oktober 2006 in Sofia die Tätigkeiten von doktorat.at auf der Konferenz “The impact of the European Research Area on the development of young scientists” vor.

Juni 2005: Name und Webseite doktorat.at

Nach der ÖH-Wahl findet Juni 2005 ein österreichweit ausgeschriebenes Treffen aller StudienvertreterInnen für Doktorat statt. Am Rande dieses Treffens formiert sich eine Projektgruppe, mit dem Ziel, die Webseite http://www.doktorat.at aufzusetzen.

Ab November 2005 übernimmt Stephan Kurz die Koordination von “doktorat.at – ÖH Doktorat”

Funktionsperiode: Nov. 2005 bis Juli 2006
Koordinator: Stephan Kurz

Im November geht doktorat.at einen entscheidenden Schritt weiter und positioniert sich mit drei Veranstaltungen als wichtiger Player in der österreichischen Forschungs- und Bildungspolitik. Am 7.November veranstaltet doktorat.at in Zusammenarbeit mit dem StipendiatInnenklubs der ÖAW und Unterstützung des Stipendienreferat der ÖAW eine Podiumsdiskussion zur Zukunft des Doktorats. Am Podium diskutiert Wolfgang Eppenschwandtner mit dem Rektor der Montanuniversität Wolfhard Wegscheider und ÖAW Präsident Herbert Mang. Thomas König übernimmt die Begrüßung und Einführung ins Thema.

Gleich am nächsten Tag, den 8. November folgt die Vorstellung des Konzepts eines Graduiertenzentrums an der Universität Wien. Das Echo ist sehr positiv: In der Folge wird die Idee vom Rektorat der Universität Wien aufgegriffen und in Form eines Pilotprojekts an der Fakultät für Sozialwissenschaften verwirklicht.

Wenige Tage später wird als Folgeveranstaltung ein Workshop für DoktorandInnen unter dem Motto „Zukunft DOC: Empfehlungen zur Einbindung der DoktorandInnen in die Scientific Community“ angeboten. Aus diesem Workshop heraus entsteht auch ein Empfehlungspapier, welches aufzeigt, dass man die Situation der DoktorandInnen in Österreich auch mit einfachen Maßnahmen verbessern könnte.

Österreich wird Mitglied von EURODOC: Auf der Eurodoc Konferenz im März 2006 in Bologna (Italien) wird über das Ansuchen der ÖH auf Mitgliedschaft von der Generalversammlung von EURODOC positiv entschieden. Mit Beschluß der Bundesvertretungssitzung vom 6.April wird die Mitgliedschaft rechtswirksam.

Am 24.April 2006 wird die Homepage http://www.doktorat.at/ im
Rahmen einer Podiumsdiskussion öffentlich vorgestellt. Zwei bundesweite Radiostationen (Ö1 und FM4) bringen jeweils Kurzbeiträge, auch in mehreren Zeitungen wird über doktorat.at berichtet.

Im Gefolge der österreichische EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2006 finden auch mehrere Konferenzen zur Forschungspoltik und verwandten Themen statt. VertreterInnen von doktorat.at bringen sich in Workgroups und Publikumsdiskussionen ein. Den Höhepunkt bildete 1.-2. Juni 2006 die Konferenz European Charter for Researchers and Code of Conduct for the Recruitment of Researchers

Anschließend, von 3.-4. Juni 2006 findet das Board Meeting von EURODOC erstmals in Wien statt – mit organisatorischer Mitwirkung von doktorat.at.

Mai 2004: Erste Aktivitäten. ÖH-Doktorat entsteht.

Doktoratsstudien wurden gerade erst in den Bologna-Prozess mit aufgenommen, da erklärte sich Österreich gemeinsam mit Deutschland bereit, das erste Bologna-Seminar über Doktoratsprogramme in Salzburg zu organisieren. Zuvor sollte allerdings auch Österreich zu einer Positionierung über die Reform von Doktoratsprogrammen kommen: Das zuständige Ministerium (damals BMBWK) forderte auch die Österreichische HochschülerInnenschaft auf, Vertreter in eine nationale Arbeitsgruppe zu Doktoratsstudien zu entsenden.

Daraufhin startete die Referentin für Bildungspolitik in der ÖH, Bettina Schwarzmayr das Vorhaben, erstmals StudienrichtungsvertreterInnen für Doktoratsstudien zu versammeln, um zu einer gemeinsamen Position über Doktoratsstudien zu gelangen. Die Initiative wurde vorerst „ÖH-Doktorat“ genannt. Von Anfang an war klar, dass ÖH-Doktorat eine fraktionsübergreifende Initiative wird. Unter den beim ersten Treffen anwesenden Personen wurde das erste Mal ein Koordinator bestellt.

Funktionsperiode: Mai 2004 bis Nov. 2005
Koordinator: Wolfgang Eppenschwandtner

Schon im November 2004 bei einer nationalen Tagung zu Doktoratsprogrammen zeigte die neue Initiative Präsenz. In allen Arbeitsgruppen konnte die Stimme der DoktorandInnen eingebracht werden: Mit Bettina Baminger, Katharina Bischof, Christoph Obertscheider (alle StRV Doktorat Nawi Uni Wien), Wolfgang Eppenschwandtner (StRV Doktorat TU Wien), Thomas König (StRV Doktorat HUS Uni Wien, Politikwissenschaft),Christoph Walla, Thomas Resl (StRV Doktorat Boku) Roland Pichler (Veterinärmedizinische Universität), Johannes Hofinger, Peter Staroch (Uni Salzburg) namen 10 VertreterInnen der DoktorandInnen an dieser Tagung teil

Im Jänner/Februar 2005 nehmen bei dem Bologna-Seminar über Doktoratsstudien in Salzburg mit Katharina Bischof, Wolfgang Eppenschwandtner, Johannes Höfinger und Thomas König vier Vertreter der Initiative teil.

In dieser Zeit wurden auch erste Kontakte zu EURODOC geknüpft. In Folge werden im März 2005 Wolfgang Eppenschwandtner, Thomas König als Beobachter zur jährlichen EURODOC Konferenz in Straßburg in Frankreich eingeladen. Zusätzlich nimmt mit Marianne Holler (Uni Wien, Psychologie) erstmals eine DoktorandIn teil, die nicht aus der ÖH kommt.

ÖH-Doktorat versteht sich denn auch über die Vernetzung von StudienvertreterInnen hinaus als offene Plattform, die explizit auch Personen anspricht, die keine Funktion innerhalb der ÖH innehaben. Außerdem wird in dieser Zeit klar, dass als bei der Selbstdefinition „DoktorandInnen sind Nachwuchsforscher“ auch eine Weiterentwicklung von ÖH-Doktorat einher gehen muss. Als Gruppen gesehen haben DoktorandInnen und post-docs mehr gemeinsame Interessen als DoktorandInnen und Studierende.

Mit dem neuem Auftreten als „doktorat.at“ bzw. als „doktorat.at – ÖH Doktorat“ positioniert sich die Initiative als österreichweite, offene, übergreifende Organisation aller Forscher und Forscherinnen, die an ihrer Dissertation arbeiten oder diese gerade abgeschlossen haben.

Vorgeschichte: Die Voraussetzungen

DoktorandInnen sind in Österreich Studierende. Lange Zeit war der Doktor Erstabschluss. 1966 wurden Doktoratsstudien im heutigen Verständnis erstmals gesetzlich eingerichtet, es dauerte noch länger, bis alle Fächer (mit Ausnahme von Humanmedizin) folgten.

Seit 1945 vertritt Österreichische Hochschülerschaft Studierende in ihrer Gesamtheit. Die Bundeskonferenz des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals (BUKO), die den Mittelbau inklusive den auf Universitätsstellen angestellten DoktorandInnen vertritt, wurde mit der Einführung des Universitätsgesetzes 2002 aufgelöst. Obwohl formell zuständig, entfalteten beide Organisationen in all den Jahren kaum Aktivitäten für DoktorandInnen und NachwuchsforscherInnen. Dies spiegelte die generelle Situation wider: Die Nachwuchsförderung in Österreich war lange kein Thema, das im großen Stil in der Wissenschaftspolitik debattiert wurde.

In anderen Ländern haben Organisationen für NachwuchsforscherInnen schon längere Tradition: Die niederländlische PNN bzw. ihre Vorgängerorganisation wurde beispielsweise 1978 gegründet, und das deutsche DoktorandInnennetzwerk THESIS besteht auch schon seit 15 Jahren.

Nachdem Planungen zur Etablierung einer europaweiten Dachorganisation auf einem Treffen von Vertretern mehrerer europäischer Organisationen für junge Forscher auf einer Konferenz der schwedischen EU-Präsidentschaft in Uppsala im Jahre 2001 konkretisiert wurden, kam es 2002 zur Gründung von EURODOC in Girona, Spanien. Eurodoc sollte in den folgenden Jahren vor allem im Bereich Lissabon Strategie als Ansprechpartner der Europäischen Kommission als auch ab 2003 im Bologna Prozess aktiv werden.