Was will die STV Dok Gewi/Hus?An der Universität Wien finden momentan große studientechnische Veränderungen statt, von denen auch das Doktoratsstudium betroffen ist. Im Zuge der Umsetzung des Bologna-Prozesses ist das Doktoratsstudium, wie wir es bis dato kennen, ein Auslaufmodell. Wir, die Studienvertretung Doktorat Gewi/Hus, möchten im Zuge dieser Veränderung folgende Grundsätze in die Diskussion an der Universität Wien einbringen und als Gestaltungskriterien für das „Doktorat neu“ durchsetzen:
1. Erste Klasse für alle! Alle DoktorandInnen der Universität, unabhängig davon ob sie ein Individualdoktorat absolvieren, in einem Initiativkolleg beschäftigt sind, über ein FWF-Projekt angestellt sind oder dergleichen, haben Anspruch auf ein qualitativ hochwertiges Studium mit angemessener Betreuung. „Erste Klasse“ bedeutet auch, dass alle an der Universität Wien zu absolvierenden Doktorate gleichwertig sind. Daneben muss der Zugang zum Doktorat barrierefrei gestaltet sein, um allen Studierenden das gleiche Recht auf Aus- und Fortbildung zu ermöglichen. Im Zuge dessen tritt die StV Doktorat Gewi/HuS auch für die Abschaffung der Studiengebühren, insbesondere für DoktorandInnen, ein. 2. Die STV Doktorat Gewi/HuS fordert einen offenen und dem Doktorat angemessenen Studienplan, der individuell auf einzelne Studierende abstimmbar ist und allgemeine Qualifikationskriterien garantiert. Die Studiendauer soll individuell gestaltbar sein, um so die verschiedenen Lebens- und Arbeitssituationen von DoktorandInnen zu berücksichtigen. 3. Das doktoratsspezifische Lehrveranstaltungsangebot soll breiter und didaktisch spezifischer werden. 4. Die Möglichkeiten der freien Themenwahl und der freien BetreuerInnenwahl sollen bestehen bleiben. Die Beziehung zwischen DissertantInnen und BetreuerInnen sollte geregelt werden (mithilfe eines wechselseitigen Abkommens, möglicherweise eines „Betreuungsvertrags“), um gute und professionelle Betreuung zu garantieren. 5. DissertantInnen sind Early Stage Researchers und müssen als solche innerhalb der Universität auch wahrgenommen und gefördert werden, u.a. durch Einbindung in Forschungsprojekte, aktive Einbindung in die Scientific Community, Förderung der Publikations- und Vortragstätigkeit etc. 6. DissertantInnen müssen die Möglichkeit bekommen, die geforderte Mobilität auch umsetzen zu können. Dies bedeutet einerseits zusätzliche Mittel zur Mobilitätsförderung zur Verfügung zu stellen, andererseits auch Anrechenbarkeiten von Lehrveranstaltungen, Tagungen etc. zu vereinfachen. 7. Die Ressourcen, die von der Universität zur Verfügung gestellt werden, sollen gerecht verteilt werden und mehr Studierenden eine Finanzierung/Stipendien bieten als bisher. Wir werden versuchen, all diese Ziele an unterschiedlichen Stellen wirksam einzubringen, bspw. in ein noch zu entwickelndes neues Curriculum. |