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Zu Pechar/Badelt: DoktorandInnen aussuchen?! |
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Geschrieben von ÖH Doktorat
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Freitag, 10. Feber 2006 |
Derzeit ist es wieder in Mode gekommen, nach der Möglichkeit für die Unis zu rufen, sich Doktoratsstudierende auszusuchen: Hans Pechar (Hochschulforscher, IFF, Uni Klagenfurt), im „Falter“, Christoph Badelt (Rektor WU Wien) im „Standard“ – Grund genug, einen Leserbrief zu verfassen:
Leserbrief an den „Falter“:
Die „Eliteuni“ ist in aller Munde, und allerlei selbsternannte Experten suchen diese Medienpräsenz für ihre Zwecke auszunützen. Die Forderung, dass sich Universitäten „Doktoratsstudierende aussuchen können“ sollen, hat wieder Konjunktur, wie Hans Pechars Kommentar beweist. Sie ist aber doppelt falsch:
Einmal generell: Durch die Forderung nach einem „Aussuchen“ von DissertantInnen durch ProfessorInnen wird bewusst ein falsches Bild erweckt. Betreuung einer Dissertation muss als beiderseitiger Prozess verstanden werden; nicht nur als Einbahnstraße, und auch nicht allein als Dienstleistung für Doktoratsstudierende (und keinesfalls als lästige Pflicht). Vielmehr profitieren BetreuerIn bzw. die Arbeitsgruppe, die Universität von dem lebendigen wissenschaftlichen Austausch mit Doktoratsstudierenden und Post-docs.
Und einmal konkret: wer sich ein bisschen näher mit der Situation beschäftigt, weiß, dass in den technischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen, die an der Eliteuni angesiedelt werden sollen, notorischer Mangel an Doktoratsstudierenden besteht. Der Selektionswunsch kann sich nur auf andere Fächer beziehen – dort wäre aber mit verbesserten Strukturen und Fortbildungsszenarien weit mehr zu erreichen.
Natürlich könnte ein Hochschulforscher so etwas wissen. Herr Pechar glänzt aber seit längerem damit, die Empirie durch Dogmatik eingetauscht zu haben. Der Skandal ist ja nur, dass Professoren sich „ihren“ Nachwuchs nicht selbst aussuchen können – das schmerzt natürlich die Seele der Hochschulmandarine. Sollte sich der Selektionswunsch aber durchsetzen, werden die wahren Ursachen (strukturelle und Qualitätsprobleme) wieder zugedeckt. Die Konsequenz werden weniger und schlechter ausgebildete Promovierte in Österreich sein.
Thomas König (Doktorand, Universität Wien), Stephan Kurz (Doktorand, Universität Wien), Wolfgang Eppenschwandtner (Doktorand, TU Wien)
Weiterführende Links: http://derstandard.at/eliteuni http://www.diepresse.com/artikel.aspx?channel=p&ressort=i&id=536570 http://www.reko.ac.at/universitaetspolitik/pressemeldungen/ https://bildungsakademie.at/?page=03-01-01&id=294 |