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Warum Zugangsbedingungen für PhD der falsche Weg sind. |
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Geschrieben von ÖH Doktorat
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Freitag, 13. Juni 2008 |
Der derzeitige Entwurf einer Novelle zum Universitätsgesetz enthält auch „qualitative Zugangsbedingungen für PhD-StudentInnen“ und „Freigabe [nach oben] der Studiengebühren für Nicht-ÖsterreicherInnen“, wie man Medienberichten entnehmen kann. Wir meinen: Dieser Entwurf geht den falschen Weg.
Zugangsbeschränkungen sind eine vermeintlich einfache Lösung für ein komplexes strukturelles Problem.
Eine Trennung zwischen qualitativen und quantitativen Zugangsbeschränkungen ist kaum möglich. Hürden am Anfang des Doktoratsstudiums sind sachlich nicht gerechtfertigt.
Zur Illustration unserer Position sei ein Aspekt herausgegriffen: Noten als Kriterien werden von der Politik ausgeschlossen. Eine Möglichkeit, die von BefürworterInnen von Zugangsbeschränkungen angedacht wird: Es soll ein Disserationsexposé verlangt werden, das vor einer Kommission verteidigt werden muss, bevor die Zulassung erfolgt.
Doch dadurch verlegt man nur eine für alle DoktorandInnen sehr wichtige Phase des jetzigen Doktoratsstudiums in den Graubereich. Das Suchen eines Themas, das Erstellen eines Konzepts, das Suchen einer Betreuerin/eines Betreuers, das Besprechen mit möglichen BetreuerInnen, etc. gehört (nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge) auch dazu – und ist sogar sehr entscheidend für eine erfolgreiche Forschungsarbeit und für zukünftige Karriereverläufe.
Mit der Einführung von Zugangsbedingungen auf Basis von Exposés wären alle jene DoktorandInnen, die sich in der Konzeptphase befinden für die Universität nicht mehr greifbar. Damit gäbe die Universität auch eine wichtige Aufgabe ab, einmal abgesehen davon, daß Noch-Nicht-Doktoratsstudierende und Nicht-Mehr-Studierende dann keinen rechtlichen Status hätten.
Studiengebühren für DoktorandInnen stehen Bemühungen zur Hebung der Attraktivität des österreichischen Forschungssystems im internationalen Wettbewerb diametral entgegen. Auch inhaltlich fehlt jede Rechtfertigung: DoktorandInnen sind als ForscherInnen zu betrachten, sie tragen zur Forschungsleistung der Universität entscheidend bei.
Es ist nicht zielführend, die Höhe der Studiengebühren freizugeben und die Universitäten zu ermuntern, für ausländische DoktorandInnen hohe Gebühren einzuheben. Im Gegenteil: die Rücknahme von Studiengebühren für DoktorandInnen wäre ein Schritt in die richtige Richtung und eine Maßnahme, die leicht umzusetzen wäre und budgetär kaum ins Gewicht fiele. Wissenschaftliche Forschung muss wieder an Attraktivität gewinnen und darf keine Armutsfalle sein. |