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eurodoc 2010 March 11-15 Vienna
Bericht Podiumsdiskussion 7.11.
Geschrieben von ÖH Doktorat   
Freitag, 11. November 2005
In einer Veranstaltung der ÖH Doktorat gemeinsam mit dem StipendiatInnenklub der ÖAW und dem ÖAW-Stipendienreferat diskutierten Experten am 7.November 2005 ab 18:00 über künftige Entwicklungen im Doktorat.

 

Welche Perspektiven aber gibt es für das Doktoratsstudium konkret? Und welche Vorschläge für ein neues Doktoratsstudium stehen zur Disposition? Wie sollen die Universitäten bessere Bedingungen für Doktoratsstudierende und NachwuchswissenschaftlerInnen schaffen? Diese Fragen diskutieren Wolfhard Wegscheider (Rektor Uni Leoben), Herbert Mang (Präsident Akademie der Wissenschaften), Adelheid Lempradl (DOC Stipendiatin), Rupert Gaderer (DOC Stipendiat) und Wolfgang Eppenschwandtner (ÖH Doktorat).

Positiv anzumerken ist, daß sich alle Anwesenden einig waren, daß man keinesfalls unkritisch Entwicklungen aus dem amerikanischen System übernehmen darf, da es in Amerika einfach ein anderes Bildungssystem, andere Voraussetzungen für ein PhD Studium bestehen.

Wolfhard Wegscheider


plädierte für eine ordentliche Bezahlung von DoktorandInnen inklusive sozialer Absicherung. Schon jetzt hätten die Universitäten alle Möglichkeiten in der Hand das Doktoratsstudium zu gestalten und müßten nicht auf ein Gesetz warten. Vieles sei alleine eine Frage der Organisation an den Universitäten.
Er wandte sich gegen Entwicklungen, ECTS im Doktorat als Maßstab zu verwenden und bedauerte, daß die Regierungen die Lissabon-Strategie nicht ernst nehmen, mehr Investitionen in die Forschung wären nötig.

Herbert Mang
erinnerte daran, daß das Doktorat früher ein Abschluß für alle Studierenden war, auch für jene, die kein Interesse an der Forschung hatten; wenn man sich Dissertationen früherer Zeit ansehe merke man, daß sehr viel getan hat in der Entwicklung der Wissenschaft.
Diese Entwicklung nach oben in der Qualität sei jedoch nicht beliebig zu steigern. Bis zu 5-jährige Doktoratsprogramme seien weder finanzierbar noch wünschenswert.

Adelheid Lempradl
hat ihre Situation als Doktorandin im Vergleich zu den Doktoranden eines PhD Programms in der gleichen Fachrichtung geschildert.
Während die Geförderten im PhD-Programm alle Ressourcen haben und auf 4 Jahre bezahlt sind, muß sie mit schlechterer Ausrüstung auskommen und alle Tätigkeiten selbst durchführen.

Rupert Gaderer
betonte, daß eine Förderung von DissertantInnen, wie sie von der Akademie der Wissenschaften gewährt wird, in den Geisteswissenschaften keinesfalls die Regel ist. Er wies auf Initiativen von DoktorandInnen hin.

Wolfgang Eppenschwandtner
In seinem Eingangsstatement wies er unter anderem darauf hin, daß in vielen Universitäten und Fachbereichen die Rolle des Doktorats noch nicht klar ist. Die Finanzierung des Doktorats müsse sich an der künftigen Studiendauer des Doktorats von drei Jahren orientieren. Doktoratskollegs müssen offen gestaltet werden, ein curricularer Anteil im Doktoratsstudium ist als Angebot, nicht als Zwang zu sehen.

Siehe auch: Medienecho zur ÖAW-Podiumsdiskussion Angebot: Vorträge, Workshops zum Themengebiet Doktorat und NachwuchsforscherInnen

 
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