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eurodoc 2010 March 11-15 Vienna
Podiumsdiskussion Doktorat und das Forschungsumfeld
Geschrieben von ÖH Doktorat   
Dienstag, 25. April 2006
Die Veranstaltung "Doktorat und das Forschungsumfeld – von sozialer Absicherung bis zur Einbindung in die Scientific Community" am 24.4.2006 war im gut gefüllten Kleinen Festsaal der Uni Wien ein großer Erfolg. Eine rege Publikumsbeteiligung, neue Kontakte – und die die Möglichkeit der informellen Diskussion bei Buffet wurde bis zur Saalsperre sehr ausgiebig genutzt.
Die Veranstaltung wurde mit der Vorstellung der Initative doktorat.at – ÖH Doktorat und der Präsentation der Webseite doktorat.at eingeleitet. Die Tätigkeitsfelder Information – Vernetzung – Interessensvertretung sowie aktuelle Entwickungen im Doktorat (Novelle des Universitätsgesetzes) wurden angesprochen. Rund 100 Gäste waren gekommen, um an der Veranstaltung teilzunehmen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion berichtete Stephan Kurz, Studienvertreter für Doktorat an der Uni Wien über seine Motivation für die Mitwirkung bei doktorat.at. Die Betreuungssituation gerade in seiner Fakultät sei in den meisten Fällen prekär. Hier wolle er Änderungen anstoßen. Er weist auf die Notwendigkeit einer vermehrten Vernetzung der Doktoratsstudierenden, sowohl innerhalb der Fakultät, aber auch österreichweit hin.  Diese könne zu einer ebenfalls notwendigen Stärkung der Position der NachwuchsforscherInnen führen. ÖH Doktorat und doktorat.at setzten hier auf eigene Initiative Maßnahmen, um die Interessen der Doktoratsstudierenden Österreichs zu bündeln und den EntscheidungsträgerInnen an den Unis, aber auch darüber hinaus in den Institutionen der Bildungs- und Forschungspolitik zu übermitteln.

Elisabeth Nemeth, Institutsvorstand am Institut für Philosophie der Uni Wien schildert aus der Situation an ihrem Insititut, dass wissenschaftlicher Austausch zuwischen Doktoratsstudierenden und mehreren ProfessorInnen in der Praxis in DissertantInnenseminaren geschieht,  DissertantInnenseminare eines/einer ProfessorIn werden durchaus nicht nur von ihren/seinem eigenen DoktorandInnen besucht. Jedoch sind mit der Umgestaltung und Neustrukturierung der Universität Wien solche Möglichkeiten oft wieder verloren gegangen.
Sie kritisierte die geänderte Zeitwahrnehmung im Studium allgemein, es gibt oft einen irrationalen Zeitdruck, dies findet sogar als Sujet in Werbungen für Versicherung Ausdruck. Geschwindigkeit sei nicht das Maß, nach dem man sich richten solle. Sie berichtet, dass sie nunmehr bei einem erfolgreich eingereichten Initativkolleg beteiligt ist.

Peter Weinberger weist darauf hin, dass der Umfang der Initiativkollegs für eine große Universität wie die Universität Wien doch sehr wenig sei. Er schildert die Situation an seinem Institut, das an ein Wissenschaftskolleg angeschlossen ist. Jede/r DoktorandIn habe eine/n persönlichen MentorIn unter den Post-DoktorandInnen, aber auch seine Tür sei immer offen für Fragen der DoktorandInnen. Wichtig sei auch das Ambiente einer Forschungsgruppe. Es gibt in seinem Institut ein regelmäßiges informelles Zusammensitzen bei türkischem Brot und anderen Köstlichkeiten vom Naschmarkt. Alle Personen des Instituts, von SekretärIn angefangen bis ProfessorInnen, DoktorandInnen selbstverständlich eingeschlossen, seien hier auf gleicher Ebene, per Du.

Die ehemalige Vorsitzende der ÖH, Patrice Fuchs, steht noch vor der Entscheidung, ein Doktoratsstudium zu
beginnen. Sie sieht ein Doktorat auch als Persönlichkeitsentwicklung, jedoch ist sie realistisch, dass ein Doktoratsstudium bei anderen gleichzeitigen Beschäftigungen länger dauern wird.
Sie fordert, dass wenigstens die Studiengebühren erlassen werden, der Zugang zu Wissen dürfe nicht von sozialem Background abhängen. Das Monopol der Zeitschriftenverlage im Wissenschaftsbereich müsse gebrochen werden, Wissen soll frei für alle verfügbar sein (Open Access).

Die PodiumsdiskutantInnen:

Peter Weinberger, geb. 1943, Univ.-
Prof. am Institut für allgemeine
Physik an der TU Wien, Initiative
Kritische Wissenschaft – Plattform
Universität & Demokratie
(www.kriwi.at).
Mitinitiator Anti Rassismus Plattform
http://www.antirassismus-plattform.at/


Patrice Fuchs, geb. 1973, Studium
der Psychologie an der Universität
Wien, Vorsitzende der Österreichischen
HochschülerInnenschaft
2003–2005

Stephan Kurz, geb. 1981, Dissertant
Germanistik und Studienvertreter
für das Doktoratsstudium Gewi/HuS
seit 2005, Koordinator ÖH Doktorat.


Elisabeth Nemeth, geb. 1951, a.O.
Univ.-Prof. und Institutsvorständin
am Institut für Philosophie der Uni
Wien seit 2001.



 
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