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Podiumsdiskussion Doktorat und das Forschungsumfeld |
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Geschrieben von ÖH Doktorat
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Dienstag, 25. April 2006 |
Die Veranstaltung "Doktorat und das Forschungsumfeld – von sozialer Absicherung bis zur Einbindung in die Scientific Community" am 24.4.2006 war im gut gefüllten Kleinen Festsaal der Uni Wien ein großer Erfolg. Eine rege Publikumsbeteiligung, neue Kontakte – und die die Möglichkeit der informellen Diskussion bei Buffet wurde bis zur Saalsperre sehr ausgiebig genutzt.
Die Veranstaltung wurde mit der Vorstellung der Initative doktorat.at – ÖH Doktorat und der Präsentation der Webseite doktorat.at eingeleitet. Die Tätigkeitsfelder Information – Vernetzung – Interessensvertretung sowie aktuelle Entwickungen im Doktorat (Novelle des Universitätsgesetzes) wurden angesprochen. Rund 100 Gäste waren gekommen, um an der Veranstaltung teilzunehmen.
In der anschließenden Podiumsdiskussion berichtete Stephan
Kurz, Studienvertreter für Doktorat an der Uni Wien über
seine Motivation für die Mitwirkung bei doktorat.at. Die
Betreuungssituation gerade in seiner Fakultät sei in den meisten Fällen prekär. Hier wolle er
Änderungen anstoßen. Er weist auf die Notwendigkeit einer vermehrten
Vernetzung der Doktoratsstudierenden, sowohl innerhalb der Fakultät,
aber auch österreichweit hin. Diese könne zu einer ebenfalls notwendigen Stärkung der Position der NachwuchsforscherInnen führen. ÖH Doktorat und doktorat.at setzten hier auf eigene Initiative Maßnahmen, um die Interessen der Doktoratsstudierenden Österreichs zu bündeln und den EntscheidungsträgerInnen an den Unis, aber auch darüber hinaus in den Institutionen der Bildungs- und Forschungspolitik zu übermitteln.
Elisabeth Nemeth,
Institutsvorstand am Institut für Philosophie der Uni Wien schildert aus der
Situation an ihrem Insititut, dass wissenschaftlicher Austausch
zuwischen Doktoratsstudierenden und mehreren ProfessorInnen in der Praxis
in DissertantInnenseminaren geschieht, DissertantInnenseminare eines/einer
ProfessorIn werden durchaus nicht nur von ihren/seinem eigenen
DoktorandInnen besucht. Jedoch sind mit der Umgestaltung und
Neustrukturierung der Universität Wien solche Möglichkeiten oft wieder
verloren gegangen. Sie kritisierte die geänderte Zeitwahrnehmung
im Studium allgemein, es gibt oft einen irrationalen Zeitdruck, dies
findet sogar als Sujet in Werbungen für Versicherung Ausdruck.
Geschwindigkeit sei nicht das Maß, nach dem man sich richten solle. Sie
berichtet, dass sie nunmehr bei einem erfolgreich eingereichten
Initativkolleg beteiligt ist.
Peter Weinberger weist darauf
hin, dass der Umfang der Initiativkollegs für eine große Universität wie
die Universität Wien doch sehr wenig sei. Er schildert die Situation an
seinem Institut, das an ein Wissenschaftskolleg angeschlossen ist.
Jede/r DoktorandIn habe eine/n persönlichen MentorIn unter den
Post-DoktorandInnen, aber auch seine Tür sei immer offen für Fragen der
DoktorandInnen. Wichtig sei auch das Ambiente einer Forschungsgruppe.
Es gibt in seinem Institut ein regelmäßiges informelles Zusammensitzen
bei türkischem Brot und anderen Köstlichkeiten vom Naschmarkt. Alle
Personen des Instituts, von SekretärIn angefangen bis ProfessorInnen,
DoktorandInnen selbstverständlich eingeschlossen, seien hier auf gleicher
Ebene, per Du.
Die ehemalige Vorsitzende der ÖH, Patrice Fuchs, steht noch vor der Entscheidung, ein Doktoratsstudium zu beginnen.
Sie sieht ein Doktorat auch als Persönlichkeitsentwicklung, jedoch ist
sie realistisch, dass ein Doktoratsstudium bei anderen gleichzeitigen
Beschäftigungen länger dauern wird. Sie fordert, dass wenigstens
die Studiengebühren erlassen werden, der Zugang zu Wissen dürfe nicht
von sozialem Background abhängen. Das Monopol der Zeitschriftenverlage
im Wissenschaftsbereich müsse gebrochen werden, Wissen soll frei für alle verfügbar sein (Open Access).
Die PodiumsdiskutantInnen:
Peter Weinberger, geb. 1943, Univ.-
Prof. am Institut für allgemeine
Physik an der TU Wien, Initiative
Kritische Wissenschaft – Plattform
Universität & Demokratie
(www.kriwi.at).
Mitinitiator Anti Rassismus Plattform
http://www.antirassismus-plattform.at/
Patrice Fuchs, geb. 1973, Studium der Psychologie an der Universität Wien, Vorsitzende der Österreichischen HochschülerInnenschaft 2003–2005
Stephan Kurz, geb. 1981, Dissertant Germanistik und Studienvertreter für das Doktoratsstudium Gewi/HuS seit 2005, Koordinator ÖH Doktorat.
Elisabeth Nemeth, geb. 1951, a.O. Univ.-Prof. und Institutsvorständin am Institut für Philosophie der Uni Wien seit 2001.
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