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Bericht EURODOC Konferenz 2008 (Fribourg, 2.-6. April 2008) |
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Geschrieben von ÖH Doktorat
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Montag, 14. April 2008 |
Die Konferenz und Generalversammlung von EURODOC, der Europäischen Vereinigung für DoktoratskandidatInnen und NachwuchsforscherInnen, fand von 2.–6. April an der Universität Fribourg in der Schweiz statt. Gastgeber waren CS/WM (Vereinigung der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen der Universität Fribourg) und Actionuni (Schweizer Vereinigung von Forschenden). An dieser Stelle ein Bericht von der Konferenz, die wir bereits vor einiger Zeit angekündigt hatten:
TeilnehmerInnen für ÖH-Doktorat, gleichzeitig AutorInnen dieses Berichts: Markus Moser (Delegierter, Uni Wien) Anna Schiller (Delegierte, Uni f. angew. Kunst Wien) Anja Brunner (Uni Wien) Wolfgang Eppenschwandtner Stephan Kurz (Uni Wien)
Die Konferenz und Generalversammlung von EURODOC, der Europäischen Vereinigung für DoktoratskandidatInnen und NachwuchsforscherInnen, fand von 2.–6. April an der Universität Fribourg in der Schweiz statt. Gastgeber waren CS/WM (Vereinigung der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen der Universität Fribourg) und Actionuni (Schweizer Vereinigung von Forschenden).
Konferenz Die Konferenz mit dem Titel „excellence in research – a young researchers’ perspective“ befasste sich mit der Frage, was exzellente Forschung ist, wie diese möglich gemacht werden kann und welche Rolle die Förderung von JungforscherInnen dabei spielt. Die erste Session war der Frage gewidmet, wie exzellente Forschung von Universitäten, Forschungseinrichtungen und privaten Firmen hervorgebracht werden kann bzw. wie Institutionen für exzellente ForscherInnen attraktiv werden können. Betont wurde von den Sprechern und Diskutanten, dass Exzellenz nicht ein flächendeckendes Phänomen sein kann, sondern aus dem Forschungsprozess hervorgehen kann, aber nicht muss. Um Exzellenz in der Forschung zu erreichen, ist daher eine breite Basis an qualitativ hochwertiger Forschung notwendig. Der Direktor des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung Daniel Höchli sprach in seinem Vortrag über Förderprogramme von jungen WissenschafterInnen vor allem die Problematik der Beurteilung und Evaluierung von Forschungsprojekten an. Michael Groneberg stellte eine interessante Studie zu DoktorandInnen in der Schweiz vor (zu finden auf http://www.cest.ch).
In zwei Workshops diskutierten anschließend Delegierte und TeilnehmerInnen über „Massification of Higher Education und Research Excellence in Europe“ und „Charter and Code and Excellence“. Im Workshop zu „Vermassung“ und Exzellenz wies Katrien Maes von der League of European Research Universities (LERU) darauf hin, dass der im Bologna-Prozess forcierte Uniformierungsprozess für den ersten und zweiten Zyklus der Hochschulbildung für den dritten Zyklus – Doktoratsstudien – nicht brauchbar ist. Universitäten sollte in der Strategieentwicklung für Doktoratsprogramme größtmögliche Freiheit zugestanden werden. Im Workshop zur Umsetzung der Europäischen Charter für ForscherInnen und dem Verhaltenscodex für die Einstellung von ForscherInnen, die gewisse Mindeststandards für die Arbeitsbedingungen von ForscherInnen empfehlen, wurden vor allem Möglichkeiten zur Unterstützung der Umsetzung dieser Empfehlung angesprochen. Die Mitgliedsorganisationen von EURODOC werden erneut aufgefordert, in ihren Ländern Werbemaßnahmen zu ergreifen. Eindeutig ablehnend war die Position bezüglich der „Zerstückelung“ der Charta, um einzelne Punkte möglicherweise einfacher durchzusetzen. Diese Position wird von anderen Beteiligten am Diskussionsprozess auf europäischer Ebene weitgehend geteilt.
Die Abschlussrunde der Konferenz beschäftigte sich konkret mit nötigen Rahmenbedingungen für exzellente Forschung, vor allem von jungen WissenschafterInnen. Georg Rainer, Gewinner des European Young Investigator Award (EURYI), verglich in seinem Statement seine Erfahrungen in den USA mit der Situation in Europa und sah die größte Schwierigkeit in der Tatsache, dass Europa (noch) kein einheitlicher „Forschungsmarkt“ ist und vor allem der internationale Informationsaustausch für ForscherInnen zu wünschen übrig lässt. Ein positives Beispiel aus der Privatwirtschaft präsentierte Anne-Marie von Rampaey von CSEM. Diese internationale Firma bietet ihren Angestellten exzellente Rahmenbedingungen betreffend sozialer Absicherung, aber auch Freiheit in Arbeitszeitgestaltung und Unterstützung in der persönlichen Weiterentwicklung. Jacques Giovanola von der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) betonte die Notwendigkeit von ausreichender und gleicher finanzieller Unterstützung für alle JungforscherInnen in seiner Institution, da dies die Grundbedingung für qualitativ hochwertige Forschung ist. Wolfgang Eppenschwandtner, Eurodoc und doktorat.at, wies darauf hin, dass die Rahmenbedingungen für Forschung in Europa sehr unterschiedlich sind. Die Schweiz ist eine der „Top-Nationen“ in allen Statistiken, jedoch sollte gerade bei einer Europäischen Konferenz in der Schweiz nicht auf jene Länder vergessen werden, die in vielen Bereichen noch einen großen Aufholbedarf haben. Durch eine ausgewogenere Politik der Standorte für Forschungsinfrastrukturen sowie durch Förderungen für eine Verbesserung der Bedingungen für ForscherInnen könne auch viel in weniger entwickelten europäischen Ländern vorwärts gebracht werden.
Generalversammlung von EURODOC Im ersten Teil der Generalversammlung von EURODOC wurden die Berichte des Präsidenten und des Vorstands vorgestellt. Beide wurden ohne große Einwände von Seiten der Delegierten angenommen. Kassier Rhys Kearney stellte den Finanzbericht vor; auch dieser wurde – nach einiger Diskussion über Verbesserungsmöglichkeiten – von der Versammlung angenommen.
Anschließend wurden vom Vorstand Modifikationen zu den Statuten zur Diskussion und Abstimmung gebracht. Die vorgeschlagene Änderung betraf die Erweiterung der möglichen Mitgliedsländer von EURODOC von der bisherigen Einschränkung auf Länder des Council of Europe auf jene Länder, die die European Cultural Convention unterschrieben haben. Konkret geht es hierbei um die Erweiterung um die Länder Weißrussland und Vatikan, die nicht Mitglied des Council of Europe sind, aber die European Cultural Convention unterschrieben haben. Die Änderung in den Statuten wurde zu diesem Zeitpunkt von der Generalversammlung abgelehnt, weitere Diskussion darüber ist erwünscht.
Weiters wurden die Anträge von fünf Organisationen um Aufnahme als Mitglieder in EURODOC erörtert. Beantragt haben Finnland, Georgien, Mazedonien, Weißrussland und Zypern. Weißrussland konnte aufgrund der nicht erfolgten Änderung in den Statuten nicht aufgenommen werden, die anderen vier Länder wurden von den Delegierten als Mitglieder von EURODOC akzeptiert. Damit umfasst EURODOC mittlerweile 32 Mitgliedsstaaten. Ein wichtiger Diskussionspunkt im Zusammenhang mit der hohen Zahl an Mitgliedern war die Anwesenheit der Länder bei den Generalversammlungen. Viele Delegierte können nicht erscheinen, weil sie Visaprobleme haben und noch mehr Delegierte können die Reisekosten kaum oder gar nicht tragen und können so nicht an der Konferenz teilnehmen.
Die zweite Einheit der Generalversammlung bestand aus vier parallelen Workshops zu den Themen „Karriereentwicklung“, „Mobilität“, „Survey/Europaweite DoktorandInnenbefragung“ und „Funding/Finanzierung“. Die Ergebnisse der Workshops wurden in der abschließenden Session in einem Positionspapier zusammengefasst, das die Ziele von EURODOC für das kommende Arbeitsjahr grob definiert (siehe Anhang).
Ein großer Teil der Generalversammlung war der Diskussion um die Internal Regulations gewidmet. Mehrere Anträge zur Abänderung bzw. Ergänzung der 2007 verabschiedeten Regelungen standen zur Diskussion. Zustimmung fand der von Wolfgang Eppenschwandtner eingebrachte Vorschlag zur Einrichtung von „Associate Organisations“, um Organisationen mit ähnlichen Zielen, die aber aus unterschiedlichen Gründen nicht Beobachter oder Mitglieder werden können (weil z.B. geografisch oder zielgruppenspezifisch nicht im Bereich von EURODOC), die Möglichkeit zur formellen Partizipation zu geben und Informationsaustausch zu gewährleisten.
Den Abschluss der Generalversammlung bildeten die Wahl des neuen Boards (Vorstands) und die bereits erwähnte Formulierung von Grobzielen für das kommende Jahr. Als neue Präsidentin von EURODOC wurde Karoline Holländer aus Deutschland, Doktorandin an der Universität Flensburg, gewählt.
Die Zusammensetzung des neuen Vorstands für 2008/09 ist wie folgt:- Karoline Holländer, Deutschland, President
- Paulo Silva, Portugal, Vice President
- Brigita Serafinavičiūtė, Litauen, Secretary
- Jan Holeček, Tschechische Republik, Treasurer
- Stephan Kurz, Österreich, General Board Member
- Aurelien Lamy, Frankreich, General Board Member
- Dmitri Teperik, Estland, General Board Member
Kontinuität im Board wird durch die Wiederwahl von Dmitri Teperik (Estland) gesichert.
An der Ausrichtung der EURODOC-Konferenz 2009 haben die Tschechische Republik und die Slowakei (in Kooperation) Interesse bekundet. Österreich hat bereits die Möglichkeit der Organisation der Konferenz 2010 in Wien in den Raum gestellt. Das Board hat von der Generalversammlung den Auftrag bekommen, innerhalb des nächsten Monats die Organisation für die Konferenzen 2009 und 2010 innerhalb der Mitgliedsländer auszuschreiben und um Bewerbungen zu bitten.
Ziele für das folgende Arbeitsjahr von EURODOC umfassen die Durchführung der bereits erarbeiteten europaweiten DoktorandInnenumfrage, Strategieentwicklung zur Verbesserung der finanziellen Situation, diverse Positionspapiere (z.B. zur „transferable skills“) und eine Überarbeitung der Website (genaueres siehe Anhang)
EURODOC ist die „Europäische Vereinigung für DoktoratskandidatInnen und NachwuchsforscherInnen“. Sie wurde im Jahre 2002 gegründet, derzeit sind 32 europäische Studierenden-/DoktorandInnen-/NachwuchsforscherInnenorganisationen Mitglieder. Die Österreichische HochschülerInnenschaft ist seit 2006 Mitglied von EURODOC. Alljährlich findet eine Konferenz (gleichzeitig Generalversammlung) statt, zu der jedes Land zwei stimmberechtigte Delegierte entsendet. Homepage: www.eurodoc.net |
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