Abwegige Forderung bei Studienbeihilfe für DoktorandInnen

Rasche Reparatur des StudFG notwendig

Wien (OTS) – Als NachwuchswissenschafterInnen leisten DoktorandInnen
trotz mangelhafter Förderungen einen wichtigen Beitrag zur
Forschungsleistung österreichischer Universitäten. Die im
Studienförderungsgesetz [StudFG] vorgesehenen Beihilfen stellen dabei
eine der wenigen Möglichkeiten finanzieller Unterstützung dar.
Seit einiger Zeit treten für DoktorandInnen allerdings Probleme beim
Ansuchen um Weitergewährung der Beihilfe für die Dauer des
Toleranzsemesters auf. Durch die Umstellung der Doktoratsstudien auf
die Bologna-Struktur (Studiendauer 6 Semester) wird zur Bestimmung
des vorzuweisenden Studienerfolges nicht nur der für Doktoratsstudien
vorgesehenen Passus § 20 Abs.1 Z 5 herangezogen, sondern ebenso die
Bestimmung des § 20 Abs.1 Z 4, welche den Studienerfolg für
mindestens dreijährige Studien definiert. Die unter Z4 genannte Summe
an ECTS-Punkten kann allerdings im Rahmen eines Doktoratsstudiums
erst nach Fertigstellung der Dissertation vorgewiesen werden und ist
daher unmöglich zu erfüllen.

Die den Betroffenen seitens der Studienbeihilfebehörden
vorgeschlagene Möglichkeit, eine Studienunterstützung aus dem
Fördertopf des Ministeriums zu beantragen, erachten wir als nicht
hinreichend. Zusätzlich zu finanziellen Problemstellungen, welche
betroffenen DoktorandInnen erwachsen, bedingt die “Umleitung” der
Ansuchen ebenso einen bürokratisch-administrativen Mehraufwand,
dessen Kosten vom Staat zu tragen sind.

Die Leistungen des StudFG stellen ein relevantes Moment eines an
Fairness orientierten Bildungssystems dar, daher ist eine Reparatur
des Gesetzes zur Erfüllung des gesetzlichen Förderauftrages geboten.
In diesem Sinne plädieren wir für eine rasche Lösung dieser Situation
mittels Änderung der entsprechenden Passagen des StudFG.

doktorat.at ist die Interessensvertretung der
NachwuchsforscherInnen Österreichs und Plattform der
Doktoratsstudienvertretungen.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nie an Dritte weitergegeben. Felder, die mit * markiert sind, müssen ausgefüllt werden.

*
*